03.04.2017

Mit Kindern über Krieg sprechen

Auch wenn wir sie noch so sehr verheimlichen möchten: Meldungen über Gewalttaten und Krieg erreichen auch unsere Kinder. Wie aber sollen wir mit Kindern darüber sprechen? Das Team des Humanistischen Hauses für Kinder Nürnberg-Mögeldorf über den Umgang mit einem heiklen Thema.

Tageszeitungen und Nachrichtensendungen sind voll mit schrecklichen Bildern, die Kinder zufällig sehen, im Radio wird berichtet, und auch wenn wir es unseren Kindern gerne vorenthalten wollen, sie bekommen es irgendwie mit. Kinder stellen Fragen, die auch beantwortet werden und nicht heruntergespielt werden sollten. Philosophieren mit Kinder ist wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen ArbeitKinder haben ein Recht auf Antworten, ohne das dabei ihr Vertrauen in ihre Sicherheit und Geborgenheit erschüttert wird.

Dies ist oft eine Gratwanderung, aber allemal besser als darüber hinwegzuhören. Kinder im Kindergartenalter haben ihre eigene Vorstellung von Krieg. So wie die Welt für die Kinder auf ihrem Weg immer größer und bunter wird, so wird sie an manchen Stellen auch leider dunkler. Wenn Kinder hierzu schwierige Fragen stellen, sind sie auch bereit für eine Antwort.

Wichtig ist bei Fragen über Krieg und Gewalt, ihnen immer ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln und gleichzeitig zu signalisieren, dass immer jemand da ist, den sie fragen dürfen. Es geht nicht um Schönreden, aber man kann Kindern sehr gut erklären, dass das Gegenteil von Krieg Frieden ist, und dass wir das Glück haben in Frieden leben zu dürfen.

Barfuß für den Frieden

Kürzlich passierte der Civil March for Aleppo die Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina, Sarajevo. Knapp 25 Jahre nach Beginn der Belagerung der Stadt während des Bosnienkrieges erinnerte man dort an die mehr als 11.000 Todesopfer - mit Rosenblättern, die in den Fluss Miljacka fallen gelassen wurden, und mit einem Barfußpfad.

Im Haus für Kinder Mögeldorf nahm man dies zum Anlass über Krieg und Frieden zu sprechen. Zum Einstieg griff Einrichtungsleitung Sabine Wietz auf das Bilderbuch „Sechs Männer" zurück, das die Entstehung von Krieges kindgerecht und treffend erzählt und die Geschichte mit passenden Illustrationen begleitet. Anschließend stimmten die Kinder zu, selbst rote Fußabdrücke zu setzen - als Zeichen für den Frieden und der Dankbarkeit, selbst nicht im Krieg leben zu müssen.